Künstliche Intelligenz – meine Richtlinie

KI im Schreibhandwerk – meine Richtlinie

Das Wichtigste zuerst

Falls du nur kurz schauen willst, ob du hier richtig bist — die ganze Haltung in sieben Punkten:

  • Jede Zeile, die mein Haus verlässt, hat ein Mensch entschieden und verantwortet. Ich.
  • Ich nutze KI für die Arbeit, die deiner Kreativität im Weg steht — nicht für die Kreativität selbst.
  • Es geht hier nicht um „Schreib mir meinen Roman, ChatGPT!“. Und nicht um KI-Panik. Sondern um den breiten Bereich dazwischen.
  • Substanz, Endredaktion, Stimme und Gestaltung bleiben menschlich.
  • Dein Werk bleibt deins.
  • Was wesentlich auf KI beruht, sage ich dir vorher — nicht hinterher.
  • Ich weiß, wovon ich rede: zertifizierte KI-Kompetenz nach Artikel 4 der EU-KI-Verordnung — plus tägliche Praxis als Autor und Produzent.

Wenn du es genauer wissen willst: weiterlesen.

1 – Worum es mir geht

Ich gebe keinen Text raus, von dem ich das Gefühl habe, den hätte ich ohne KI nicht auch so geschrieben.

Das ist die Linie, an der sich alles andere entscheidet. KI verändert das Schreiben gerade von Grund auf, und ich verschließe mich dem nicht — aber ich lasse mich davon auch nicht ersetzen. Ich stehe weder im Lager derer, die »die Maschine macht das schon« rufen, noch bei denen, die das Thema mit verschränkten Armen aussitzen. Ich stehe dazwischen. Und das ist eine bewusste Entscheidung, kein Kompromiss.

2 – Warum es diese Seite gibt

In der Buchszene ist das Thema aufgeladen, und das aus gutem Grund. Es kursiert viel Halbgares, viel Angst und noch mehr Heilsversprechen. Du hast ein Recht zu wissen, wie hier tatsächlich gearbeitet wird — bevor du mir ein Manuskript, eine Stimme oder dein Vertrauen anvertraust.

Es gibt dafür inzwischen auch einen rechtlichen Rahmen: Ab August 2026 greifen die Transparenzpflichten des europäischen KI-Rechtsrahmens (AI Act), die offenlegen sollen, wo KI im Spiel ist. Diese Seite erfüllt das. Sie stünde aber auch ohne Pflicht hier, weil Offenheit an dieser Stelle einfach dazugehört.

3 – Der eigentliche Gegner ist nicht die KI

Lass uns die Sache beim Namen nennen. Was das Schreiben entwertet, ist nicht das Werkzeug — es ist die Haltung „ChatGPT, schreib mir meinen Roman“. Der Knopfdruck, der aus dem Nichts ein Buch erwartet und dabei den kleinsten gemeinsamen Nenner am Fließband produziert. Das ist die Schwemme, gegen die ich antrete, und ich verstehe alle, die davor zurückschrecken.

Aber die Antwort darauf ist nicht die Totalverweigerung. Wer die Technologie pauschal verdammt, schüttet ein nützliches Werkzeug mit dem Schmutzwasser aus — und verschenkt Zeit, die woanders dringend gebraucht wird. Beide Lager liegen daneben: die einen, weil sie das Handwerk für ersetzbar halten, die anderen, weil sie sich selbst im Weg stehen. Ich nehme die Sorge der Skeptiker:innen ernst. Den Missbrauch nehme ich ins Visier — nicht die Menschen, die ihn zu Recht fürchten.

4 – Der Mensch bleibt der Regisseur

Eine KI ist ein statistisches Modell. Sie »weiß« nichts. Sie berechnet, welches Wort am wahrscheinlichsten auf das vorige folgt — und genau deshalb ist sie so schnell darin, Durchschnitt und Klischee auszuwerfen. Was sie nicht kann: einen eigenen Standpunkt halten, eine Figur von innen verstehen, eine Wendung setzen, die niemand kommen sah.

Für meine Arbeit gilt derselbe Grundsatz wie früher im Theater und am Filmset: Es gibt viele Helfer — technische, handwerkliche, kluge — aber nur eine Regie. Und die führt ein Mensch. Die Kernidee, der Ton, das Urteil darüber, was bleibt und was rausfliegt: Das kommt von mir, nicht aus einer Berechnung.

5 – Wofür ich KI nutze: die Arbeit, die dir im Weg steht

Hier ist der Punkt, der in der ganzen Debatte meist untergeht. KI nimmt dir nicht das Schreiben ab. Sie nimmt dir die Arbeit ab, die dich vom Schreiben abhält — die Drecksarbeit, das Drumherum, die Reibung, an der kreative Energie sonst verpufft. Sie räumt den Tisch frei, damit Platz fürs Eigentliche ist. So setze ich sie ein:

  • Recherche und Sichtung. Um mir schnell einen Überblick über ein Thema zu verschaffen oder eine Spur zu verfolgen, die ich sonst stundenlang gesucht hätte.
  • Struktur und Gliederung. Um Ordnung in ein Material zu bringen, das ich erstellt habe — als Sparringspartner beim Sortieren, nicht als Autor.
  • Selbstlektorat-Sparring. Um meine eigenen Entwürfe gegen den Strich zu bürsten: Wo ist die Logik dünn, wo wiederhole ich mich, wo hakt der Rhythmus? Ein Werkzeug, das gnadenlos gegenliest.
  • Transkription und Aufbereitung. Um gesprochenes Material in Text zu verwandeln, bevor die eigentliche Arbeit daran beginnt.
  • Übersetzung als Rohstoff. Wo Sprachen zu wechseln sind, liefert die Maschine eine erste Fassung — den Rohstoff, mit dem die Transkreation überhaupt erst anfängt. Nie das Endprodukt.
  • Routine. Zusammenfassungen, Stichwortlisten, das Klein-Klein, das Zeit frisst und keine Kreativität braucht.

Die Zeit, die ich hier spare, fließt nicht ins Nichts. Sie fließt in das, was zählt: in den entscheidenden Dreh, den Feinschliff, die eine Wendung, die deinen Text unvergesslich macht.

6 – Wofür ich KI nicht nutze

Genauso wichtig ist die Linie nach der anderen Seite. Hier kommt keine Maschine zum Zug:

  • Die Substanz. Kernidee, Argument, die innere Logik einer Geschichte oder eines Textes — das sind Entscheidungen, keine Berechnungen.
  • Der Feinschliff. Kein Text verlässt mein Haus unredigiert. Nuance, Subtext, Ironie, Timing — dafür hat eine KI kein Gespür. Ich schon.
  • Der Faktencheck. KI halluziniert. Sie erfindet Quellen, Zahlen und Zitate mit vollkommener Selbstsicherheit. Was bei mir steht, habe ich überprüft.
  • Die Stimme. Wenn ich ein Hörbuch einspreche, hörst du einen Menschen — meine Stimme, kein synthetisches Konstrukt. KI-Stimmen setze ich allenfalls als gezielten Spezialeffekt ein, für wenige Sätze, niemals für eine ganze Produktion.
  • Die Gestaltung. Cover, Satz, das visuelle Gesicht eines Buchs entstehen ohne Bildgeneratoren. Human first — and so far only.

7 – Dein Werk bleibt deins

Das ist für Autor:innen die entscheidende Frage, also klar und sachlich: Nach derzeit herrschender juristischer Auffassung sind rein KI-generierte Werke nicht urheberrechtlich geschützt. Ihnen fehlt die „persönliche geistige Schöpfung“, die das Urheberrecht voraussetzt — schlicht, weil kein Mensch sie geschaffen hat.

Weil ich KI ausschließlich als Hilfsmittel nutze und die wesentliche schöpferische Leistung — Auswahl, Bearbeitung, Komposition, Entscheidung — bei mir liegt, entsteht etwas anderes: ein schutzfähiges Werk. Arbeite ich an deinem Projekt, bleibt dein Manuskript dein geistiges Eigentum; meine Werkzeuge ändern daran nichts.

Dazu mein Transparenz-Versprechen: Wo ein Projekt wesentlich auf KI beruhen würde — etwa rein KI-generierte Bilder oder eine KI-Stimme als tragendes Element —, weise ich dich vorher im Angebot ausdrücklich darauf hin. Du weißt immer, was du bekommst.

Und ein ehrliches Wort zum Schluss dieses Abschnitts: Die Rechtslage ist insgesamt stark in Bewegung. Abschließende, höchstrichterliche Urteile fehlen, und vieles wird sich noch klären. Was hier steht, ist der heutige Stand und meine gelebte Praxis — eine Orientierung, kein Versprechen für die Ewigkeit und keine Rechtsberatung.

8 – Woher ich weiß, wovon ich rede

Ich rede hier nicht über etwas, das ich vom Hörensagen kenne. Ich habe die Sache von Grund auf gelernt — und lerne weiter.

Im Juni 2026 habe ich die Qualifizierung zum Master Management with AI (MMAI®) bei der academy4.ai abgeschlossen: über 90 Stunden, drei ECTS, mit Modulen von den Grundlagen generativer KI über Sicherheit und Recht bis hin zu Automatisierung und »Agentic AI«. Sie bescheinigt mir KI-Kompetenz im Sinne von Artikel 4 der EU-KI-Verordnung — also genau die Fähigkeit, KI sachkundig, verantwortungsvoll und sicher einzusetzen und ihre Chancen wie Risiken (ethisch, rechtlich, gesellschaftlich) zu kennen. Das ist dieselbe Verordnung, deren Transparenzpflichten diese Seite erfüllt.

Diese Fortbildung ist für mich aber der erste Schritt, kein Schlusspunkt. KI verändert sich rasant; wer hier stehenbleibt, ist morgen abgehängt. Von hier an bilde ich mich in eigener Verantwortung kontinuierlich weiter.

Und das Wichtigste steht auf keinem Zertifikat: Ich arbeite täglich damit. Als Autor, der selbst sieben Romane geschrieben hat, und als Produzent, der Bücher und Hörbücher fertigt, kenne ich beide Seiten — die schöpferische und die handwerkliche. Diese Doppelrolle ist der Grund, warum ich genau weiß, wo das Werkzeug hilft und wo es nichts verloren hat.

9 – Wenn du tiefer einsteigen willst

So weit meine Haltung. Sie lässt sich auf einen Satz eindampfen: KI gehört in die Schleife, nicht von der Leine — sie arbeitet mit, der Mensch führt.

Wenn du als Autor:in oder Verlag wissen willst, wie sich das auf deine Arbeit übertragen lässt — KI als Sparringspartner beim Plotten, Worldbuilding, Selbstlektorat, ohne dass dir jemand das Schreiben aus der Hand nimmt —, dann schau bei meiner KI-Beratung für Autor:innen und Verlage vorbei. Und wenn dich die grundsätzliche Debatte interessiert, findest du im Blog einen Text, der tiefer gräbt: Das Algorithmus-Herz schlägt nicht.

Diese Seite ist zugleich meine Transparenz-Erklärung im Sinne der ab August 2026 geltenden Pflichten des europäischen AI Act.