Der letzte Henker

Der letzte Henker

Fast ein Drama

Inhalt

Morgen wird die Todesstrafe endgültig abgeschafft.

Doch heute muss Ernst H. Noster, der sprichwörtliche „letzte Henker“ des Landes, noch ein letztes Mal seines Amtes walten. Es ist seine 250. Hinrichtung, bevor er sich in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet, um fortan in Ruhe Rosen zu züchten. Seine letzte Delinquentin ist die hochgebildete, schlagfertige ehemalige Heiratsschwindlerin Eva Skarlatti. In einem erstaunlich komfortablen, hellen Vorbereitungsraum – ironischerweise eine Errungenschaft von Nosters eigenen humanen Reformen im Strafvollzug – treffen die beiden aufeinander.

Während Frau Krause, die stoische Gefängniswärterin, still in der Ecke sitzt und strickt, entspinnt sich zwischen dem peniblen Scharfrichter und der Verurteilten ein makabres und zugleich faszinierendes Psychoduell. Noster, der seinen Beruf als handwerkliche Präzisionsarbeit begreift und Wert auf einen schnellen, würdevollen Tod legt, befragt Eva routinemäßig zu ihrer Größe und ihrem Gewicht, um die perfekte Seillänge zu berechnen. Doch Eva dreht den Spieß um. Sie schlägt ein perfides Spiel vor: „Quid pro Quo“. Für jede Anekdote aus Nosters langem Berufsleben offenbart sie Details aus ihrer eigenen mörderischen Vergangenheit.

Dabei gesteht Eva unumwunden sechs Morde an wohlhabenden Männern, die alle den Namen Ernst oder Ernest trugen. Sie rechtfertigt ihre Taten als moralische Instanz, da all diese Männer auf ihre Weise grausames Unrecht begangen hätten. Der absolute Schock für den prinzipientreuen Noster folgt jedoch auf dem Fuß: Ausgerechnet den Mord an ihrem letzten Partner, für den sie rechtskräftig zum Tode verurteilt wurde, hat sie nicht begangen.

Für den rechtschaffenen Scharfrichter bricht ein schweres moralisches Dilemma auf: Darf er eine Frau hinrichten, die für das geurteilte Verbrechen technisch gesehen unschuldig ist, selbst wenn sie eine mehrfache Mörderin ist? Setzt er die Vollstreckung aus, drohen Eva Jahrzehnte im Gefängnis – ein Schicksal, das sie weit mehr fürchtet als den Strang. Um Noster zur Hinrichtung zu zwingen, greift Eva zu extremen psychologischen Mitteln und bedroht sogar seine Familie. In den letzten Stunden vor der Exekution, begleitet von einem dekadenten Sektfrühstück und den Klängen eines Straßenmusikers, verschwimmen zunehmend die Grenzen zwischen Richter und Täterin.

Eckdaten

Genre
Dramedy
Personen
3 Männer, 2 Frauen
Spieldauer
100 Minuten, keine Pause
Entstehungsjahr
2023
Status
Manuskript fertig, Uraufführung frei

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Leseprobe:

Der letzte Henker - fast ein Drama

Der letzte Henker (Lesepobe)

Morgen wird die Todesstrafe abgeschafft. Heute trifft der penible Scharfrichter Ernst auf seine allerletzte Delinquentin Eva. Ein makabres Psychoduell beginnt, als sie bei einem Sektfrühstück gesteht: Sie ist eine gnadenlose sechsfache Mörderin – aber ausgerechnet für die Tat, für die sie in wenigen Stunden hängen soll, ist sie vollkommen unschuldig. Ein tödliches Dilemma nimmt seinen…