Storytelling, die Kunst des Erzählens, steht mit Mittelpunkt meines beruflichen Schaffens – sowohl als Texter als auch als Romancier. Diese Bücher fand ich besonders hilfreich.
Nachdem viele Jahre nur wenige Werke über die Techniken des Erzählens auf dem Markt waren, hat gerade der Self-Publishing-Boom zu einer Flut von Veröffentlichungen geführt – teils gut, teils schlecht, teils Marketing-Instrument, um Schreibwilligen Software, Seminare oder Ähnliches zu verkaufen.
Die folgenden Titel sind Klassiker ihres Fachs – und leisten mir seit vielen Jahren gute Dienste. Für weitere Anregungen und Lektüre-Empfehlungen bin ich dennoch jederzeit dankbar: helmut@helmut-barz.de.
Lajos Egri: Dramatisches Schreiben
Lajos Egri, der bereits in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts in New York die Egri School of Writing eröffnete und schnell zum Lehrer und Mentor ganzer Schreibenden-Generationen wurde, gibt uns in seinem Buch „Dramatisches Schreiben“ ein solides und systematisches Framework für das Erzählen an die Hand, das vom Handlungsbau bis zur detaillierten Figurenentwicklung reicht. Wenn ich einem Schreiblernwilligen nur ein Buch in die Hand drücken müsste, wäre es dieses.
Lajos Egri: Dramatisches Schreiben
James N. Frey: Wie man einen verdammt guten Roman schreibt 1 + 2
James N. Frey (übrigens weder verwandt noch verschwägert mit dem Autor James Frey, der sein eigenes Leben zur „verdammt guten Autobiografie“ umgedichtet hat) geht deutlich hemdsärmeliger und mit typisch amerikanischem Größenwahn Selbstbewusstsein mit der Materie um als Lajos Egri. Dennoch schafft er ein robustes Modell und zeigt, wie man geschickt Spannungsbögen schafft. Zudem lesen sich die Bücher äußerst unterhaltsam – auch wenn man bei Freys Erzählbeispielen aus eigener Feder doch diskret hüsteln möchte.
James N. Frey: Wie man einen verdammt guten Roman schreibt 1
James N. Frey: Wie man einen verdammt guten Roman schreibt 2
Joseph Campbell: Der Heros in tausend Gestalten
Vorsicht, Akademiker! Campbell war kein Schreiblehrer, sondern Geisteswissenschaftler. Seine Analyse klassischer Mythen kommt sehr wissenschaftlich daher. Aber: Mit seiner „Heldenreise“ ein Grundmodell des Erzählens, das sich überall wiederfindet – von der Odyssee bis zu James Bond. Kein Wunder, dass dieses Modell in keinem Schreibkurs fehlen darf.
Joseph Campbell: Der Heros in tausend Gestalten
Gail Carriger: The Heroine’s Journey
Gail Carriger entwirft in ihrem Buch ein Gegenmodell zur sehr maskulinen, auf einsame Helden setzenden „Heldenreise“. Ihr Modell stellt kooperative Heldinnen (und Helden) vor – die unzertrennliche Gruppe von Menschen mit unterschiedlichen Stärken und Schwächen. Ihr Modell setzt weniger auf Kampf, sondern mehr auf Kommunikation. Ein interessantes Gegenkonzept – wenn auch nicht völlig ausgereift und natürlich nicht mit Campbells akademischer Tiefe.
Gail Carriger: The Heroine’s Journey
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